Was man in Westdeutschland zu Weihnachten ist – kulinarisch gesehen

Weihnachten in Westdeutschland ist weniger eine Frage der Religion als eine der Speisekarte. Wer hier fragt: „Was ist man zu Weihnachten?“, bekommt keine Glaubensrichtung, sondern ein Menü.
Heiligabend: schlicht, vertraut, verpflichtend

Am 24. Dezember ist man in Westdeutschland vor allem eines: pragmatisch.

Der Abend gehört dem Klassiker:
Kartoffelsalat mit Würstchen.

Kaum ein Gericht ist so fest in der kollektiven Erinnerung verankert. Nicht, weil es spektakulär wäre – sondern weil es zuverlässig funktioniert. Schnell gemacht, warm serviert, generationsübergreifend akzeptiert.

Ob mit Mayonnaise (typisch rheinisch), mit Essig und Öl oder streng nach Familienrezept – dieser Teller bedeutet:

Jetzt ist Weihnachten.

Die Feiertage: Braten, Würde,

Wiederholung

Am 25. und 26. Dezember ändert sich alles.

Jetzt ist man nicht mehr pragmatisch – jetzt ist man festlich.

Westdeutschland setzt dann auf:
Gänse- oder Entenbraten
Rinder- oder Schweinebraten
Rouladen oder Sauerbraten

Dazu Klöße, Rotkohl, Rosenkohl und Soßen, die Zeit gebraucht haben.
Das Essen darf schwer sein, denn niemand hat es eilig. Man sitzt, isst, redet, isst weiter – und akzeptiert, dass Beweglichkeit bis Neujahr überbewertet wird.

Süßes gehört immer dazu
Zwischen den Mahlzeiten – oder statt ihnen – existiert eine zweite kulinarische Ebene: Plätzchen, Stollen, Lebkuchen, Spekulatius.

Und regional natürlich auch Besonderheiten wie Printen, die zeigen, dass Weihnachten hier nicht nur süß, sondern auch würzig sein darf.

Fazit

In Westdeutschland ist man zu Weihnachten:
am Heiligabend bodenständig,
an den Feiertagen satt,
und insgesamt emotional an Rezepte gebunden, die man eigentlich nie infrage stellt.

Denn Tradition ist hier kein großes Wort – sie steht einfach auf dem Tisch.